Nachnutzung der Alten Feuerwehr, Bruchsal

Alte Feuerwehr
Auslober

Stadt Bruchsal

Ort Bruchsal
Bearbeitung 2021
Gesamtplan

Mit dem 2020 geplanten Umzug der Freiwilligen Feuerwehr in die Bahnstadt wird das alte Feuerwehrhaus in der Friedrichstraße frei und das gesamte Gebäudeensemble und dessen Außenräume können neu gedacht werden. Das Areal befindet sich in zentraler Innenstadtlage auf dem Weg vom Bahnhof in die Fußgängerzone. Der Standort ist auch von historischer Bedeutung, da sich auf dem Grundstück bis zur Reichspogromnacht am 9. November 1938 die Bruchsaler Synagoge befand. Nach deren Zerstörung wurde das Grundstück durch die Stadt erworben und nach Abbruch der Ruine im Jahre 1951 mit dem heutigen Feuerwehrhaus bebaut. Direkt anschließend an den ehemaligen Standort der Synagoge befindet sich die Handelslehranstalt Bruchsal. Für die Schule ist eine räumliche Erweiterung durch eine dringend erforderliche Sporthalle, die Integration der bisher im Haus C separat befindlichen Klassenräume in das Schulareal und eine Aufwertung des Schulhofs wünschenswert.

Die bestehende Bebauung, vor allem im Innenbereich des Wettbewerbsgeländes, hat eine sehr kleinteilige, heterogene Struktur aus diversen untergeordneten Bauteilen. Diese werden dem Potential der innerstädtischen Lage und der Historie des Geländes nicht gerecht und sind auch städtebaulich fragwürdig.

Die Neuplanung sieht die Anordnung einer zweiteiligen Blockrandtypologie vor: Der innere Blockrand umrahmt den ehemaligen Standort der Synagoge und schafft entlang der Friedrichstraße die Erweiterung des Schulbereichs mit einer Einfeldsporthalle im Unter- und Erdgeschoss und 21 Klassenräumen in den Obergeschossen. Die Schulerweiterung kann im EG an die bestehenden Schulbauten direkt angeschlossen werden. Es entsteht somit ein zusammenhängender Schulcampus. Der äußere Blockrand stärkt städtebaulich die Situation zur Fußgängerzone und bildet hier ein „Gesicht“ zum Friedrichsplatz hin. Die neue Bebauung bindet das Bestandswohngebäude an der Friedrichsstraße in den Blockrand ein.

Der Synagogenhof wird als Ort des Gedenkens und der Begegnung neu gestaltet: Im Rahmen der Neuplanung des Wettbewerbsareals bietet sich die einmalige Chance auf einen angemessenen Umgang mit dem Ort, an dem die Bruchsaler Synagoge bis 1938 gestanden hat, und damit auch die Chance auf einen Ort, an dem die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Bruchsal erfahrbar gemacht werden kann. Ziel der Planung ist es daher, einen Ort des Gedenkens und gleichzeitig der lebendigen Begegnung und des öffentlichen Austauschs zu schaffen.